Vorteile von Spanisch spätbeginnend
Spanisch spätbeginnend richtet sich speziell an Schüler, die ein besonderes Interesse an Sprachen haben und eine entsprechend hohe Motivation und Leistungsbereitschaft mitbringen, eine neue Sprache in sehr kurzer Zeit zu erlernen. Wer also bisher in Latein bzw. Französisch gute Leistungen erbracht hat und damit in diesen Sprachen einen Kenntnisstand erworben hat, der auch nach Abschluss der schulischen Laufbahn von Nutzen sein wird, dem ist durchaus zu empfehlen, Spanisch zu wählen und so eine weitere moderne Fremdsprache zu erlernen. Das ist zu einem späteren Zeitpunkt - etwa während des Studiums oder im Berufsalltag - sehr viel schwieriger, da man nicht mehr so „im Lernen drinsteckt“ und einfach keine Zeit hat. Spanisch spätbeginnend bietet also die Möglichkeit, noch vor dem Studium bzw. Beruf eine Weltsprache zu erlernen.
Ein großer Vorteil von Spanisch spätbeginnend ist die Tatsache, dass alles, was bisher in den Fremdsprachen erlernt wurde, beim Erlernen von Spanisch hilft. Spanisch ist eine romanische Sprache; das heißt, es ist aus dem Lateinischen hervorgegangen und zeigt viele Parallelen zum Französischen, das ja auch eine romanische Sprache ist. Demnach lassen sich Wortschatz und Grammatik sehr häufig aus dem Französischen oder Lateinischen erschließen. Dies erleichtert das Lernen der spanischen Sprache enorm und ermöglicht einen raschen Lernfortschritt. Außerdem ist die Satzstruktur des Spanischen relativ einfach und die Aussprache entspricht bis auf wenige Ausnahmen der Schreibung, so dass das freie Sprechen auf Spanisch sehr bald möglich ist, was zu motivierenden Erfolgserlebnissen führt.
Was man bei der Wahl von Spanisch spätbeginnend unbedingt beachten sollte!
Eine fortgeführte Fremdsprache durch Spanisch zu ersetzen, ist wirklich nur Schülerinnen und Schülern zu empfehlen, die ein gutes Sprachgefühl haben und gute Kenntnisse in Französisch oder Latein, aber auch Englisch mitbringen. Denn Spanisch spätbeginnend baut auf den Kenntnissen in bisher erlernten Fremdsprachen auf; also auf den grammatikalischen Strukturen, dem Wortschatz und auch den Lerntechniken. ¡Gute Vorkenntnisse aus diesen Sprachen werden also vorausgesetzt!
Es ist zu beachten, dass die Progression in Spanisch spätbeginnend sehr steil ist, das heißt, das Voranschreiten im Unterricht ist sehr, sehr schnell. Innerhalb von nur drei Jahren wird die gesamte Grammatik und Wortschatz durchgenommen. Dafür hat man zum Beispiel im Fach Englisch ganze sechs Jahre Zeit, bei insgesamt deutlich mehr Wochenstunden.
Zwar hilft die Ähnlichkeit des Spanischen zum Französischen oder Lateinischen beim Verstehen; aber es kommt deswegen auch oft zu Interferenzen; d.h. Spanisch und Französisch bzw. Latein vermischen sich; deswegen ist unbedingt ein sehr genaues Lernen erforderlich.
In Spanisch spätbeginnend muss in kurzer Zeit eine große Menge an Wortschatz und vor allem viele unregelmäßige Verben neu erworben werden. Das erfordert natürlich ein konsequentes Mitlernen über das ganze Jahr hinweg und ein genaues Nacharbeiten des Stoffs. Die spanische Grammatik bietet am Anfang wohl wenig Stolpersteine; aber mit der unterschiedlichen Verwendung von vier Vergangenheitszeiten und dem Subjuntivo, warten durchaus Herausforderungen, die Motivation und Fleiß erfordern, wenn man diese Strukturen beherrschen will.
Auf keinen Fall darf man Spanisch wählen, um Latein oder Französisch los zu werden! Schüler, die in Latein oder Französisch ihre Probleme hatten, werden es auch ganz bestimmt in Spanisch schwer haben, vor allem im zweiten und dritten Lernjahr, wenn die Noten zum Abitur zählen. Es ist unbedingt zu beachten, dass man Latein bzw. Französisch nach der 11. Klasse abwählen kann; wenn man sich aber für Spanisch entscheidet, so muss Spanisch bis zum Abitur belegt und auch in das Abitur eingebracht werden. Wer vor der Entscheidung steht, Spanisch zu wählen, sollte also in erster Linie seine bisherige Motivation und das Abschneiden in anderen Sprachen überprüfen.

