Aktivitäten rund um den Unterricht
Fahrt auf der Navis Lusoria
Im Jahr 2004 bauten Studierende der Universität Regensburg im Rahmen eines Forschungsprojekts für Alte Geschichte innerhalb eines Jahres ein antikes Flusskriegsschiff vom Typ Navis Lusoria nach.
Die Naves Lusoriae waren flache Ruderboote, die von etwa 30 Mann angetrieben wurden. Sie waren vor allem auf Patrouillenfahrten auf Flüssen im Einsatz, da sie schnell und wendig waren.
Regelmäßig dürfen auch die Lateinschülerinnen und -schüler der 10. Klassen in Mariaort bei Regensburg an Bord dieses Flusskriegsschiffes gehen und unter fachkundiger Anleitung von Studenten des Lehrstuhls für Alte Geschichte mit dem Ruder in der Hand in die Antike eintauchen.
Ein Legionär im Lateinunterricht
Joseph Geisberger, ein Experimentalarchäologe der Gruppe Monumentum Vividum aus Regensburg, lässt die Schülerinnen und Schüler der 6. Klassen das Römische Reich hautnah erleben. In voller Ausrüstung erklärt er den Alltag eines römischen Legionärs. So erfahren die Sechstklässler, dass bis zu 35 kg Gepäck auf teilweise täglichen und langen Marschrouten mitzuführen waren. Im Kampf gab es hier nur wenig Erleichterung, immerhin wogen Rüstung, Helm und Waffen bis zu 25 kg. Die Energie, um auf dem Marsch und im Kampf bestehen zu können, zog der Legionär vorrangig aus einem Getreidebrei, dem hin und wieder Fleisch zugefügt wurde. Um Berufssoldat zu werden, musste man mindestens 17 Jahre alt und römischer Bürger sein. Auch Lesen und Schreiben waren eine wichtige Voraussetzung, da eine schnelle Übermittlung schriftlicher Nachrichten gewährleistet sein musste.
Im Anschluss an den Vortrag, sind die Schülerinnen und Schüler unter fachkundiger Anleitung eingeladen, vom Schwert bis zur Rüstung alles zu probieren. Der eine oder die andere schlüpft in ein römisches Kettenhemd, das aus rund 16.000 kleinen Eisenringen besteht, und erkennt dabei, wie schwer sich 15 kg schon nach kurzer Zeit anfühlen. Kurzschwert (lat. gladius) und Wurfspeer (lat. pilum) können geschwungen, Schilde gehoben und Legionärssandalen begutachtet werden.
Besuche von Ausstellungen und Museen
Mit Besuchen, wie z.B. dem der Archäologischen Staatssammlung in München, lässt sich die Geschichte der Römer hautnah erfahren. Durch das Betrachten von z.B. prächtigen Mosaiken, Statuen und Alltagsgegenständen aus der Zeit der Römer, bekommen die Schülerinnen einen optischen Eindruck vom Leben in der Antike. Regelmäßig zeigen die Jugendlichen großes Interesse an ausgestellten Münzen und Schmuckstücken, die ihnen einen Einblick in die wirtschaftlichen und sozialen Aspekte des römischen Lebens bieten. Durch die Übersetzung der lateinischen Inschriften auf den Artefakten reflektieren die Schülerinnen und Schüler im Unterricht Gelerntes und erfahren einen praktischen Anwendungsbereich für ihr Schulwissen.
Anlegen einer Toga
Die Schülerinnen und Schüler legen unter fachkundiger Hilfestellung ein Toga an. Bei dieser wurden in der Zeit der frühen Republik im alten Rom das eine Ende von hinten her über die linke Schulter geworfen. Der runde Saum lag Richtung Hand und der gerade Saum Richtung Hals. Dann führte der Helfer die Toga über den Rücken unter dem rechten Arm durch nach vorne und warf das zweite Ende von vorne her über die rechte Schulter. Von besonderer Wichtigkeit war, dass alle Falten an der richtigen Stelle saßen. Die Toga war die Nationaltracht der Römer und bestand aus einem vier bis sechs Meter breiten Stück Stoff in Form eines Halbkreises.

