„Das Weiterleben der Ruth Klüger“ – Filmpremiere und Zeitzeugengespräch im Kino

Ein außergewöhnliches Geschichtserlebnis konnten rund 80 Schüler und Schülerinnen der 9.-12. Klassen des ITG am 17.10.2012 erleben.
Zusammen mit ihren Lehrkräften StRin Denise Väth, StRef Matthias Hamann und OStRin Hedi Bäuml besuchten die ITG- Schüler die bayerische Filmpremiere des Streifens „Das Weiterleben der Ruth Klüger“ mit anschließendem Zeitzeugengespräch im Dachauer Cinema auf Einladung der Evangelischen Versöhnungskirche.
Die heute in den USA lebende Germanistikprofessorin Ruth Klüger wurde 1931 in Wien geboren und  erlebte als Mädchen den Holocaust in seiner ganzen brutalen Härte. Ihre Familie wurde verfolgt, diskriminiert und ihr Bruder sowie ihr Vater ermordet. Mit 11 Jahren begann für sie und ihre Mutter  der Weg durch die Konzentrationslager Theresienstadt, Auschwitz und Christianstadt. Zusammen mit ihrer Mutter gelang ihr 1945 die Flucht von einem Todesmarsch. Nach der Befreiung machte Ruth Klüger in Straubing das Notabitur und begann in Regensburg mit dem Studium. Sie wollte nach Israel, ging aber 1947 mit ihrer Mutter in die USA, wo sie heiratete und zwei Söhne bekam. Heute lebt sie als Germanistik-professorin in Irvine/Kalifornien und hat eine Gastprofessur in Göttingen.
1992 erschienen Ruth Klügers Jugenderinnerungen unter dem Titel „weiter leben“. Es ist eine Sache, den Holocaust zu überlebt zu haben. Aber es ist eine andere, danach zu fragen, wie sich dieses Leben nach dem Überleben gestaltet und welche Spuren die Erfahrungen von Verfolgung und Todesbedrohung im Leben einer Überlebenden hinterlassen haben. „Das Weiterleben der Ruth Klüger“ portraitiert die Zeitzeugin vor dem Hintergrund dieser Frage an vier Orten, die Ihr Leben bestimmt haben: Wien, Kalifornien, Göttingen und Israel.
Anlässlich der Bayern-Premiere des Films in Dachau kam Frau Klüger nach Dachau. Gemeinsam mit ihr und der Regisseurin der Dokumentation, Renata Schmidkunz, konnten sich die SchülerInnen  diesen bewegenden Film, der einen tiefen Einblick in Ruth Klügers beeindruckendes Leben vermittelte, ansehen.
Im anschließenden Publikums- bzw. Zeitzeugengespräch, das von Dr. Björn Mensing, Pfarrer und Historiker an der Evangelischen Versöhnungskirche in der KZ-Gedenkstätte Dachau moderiert wurde, wurde über das Entstehen des Films und die besonderen Umstände beim Drehen gesprochen. Weiterhin hatten die SchülerInnen Gelegenheit Fragen zu stellen.


Hedi Bäuml, ITG

Renata Schmidkunz, Ruth Klüger und Dr. Björn Mensing

Dieses Dokument stammt aus der Webpräsenz des Ignaz-Taschner-Gymnasiums Dachau.